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Kinder auf der Flucht

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Seit einigen Monaten sind die Nachrichten voll davon: Flüchtlinge aus vielen Regionen der Welt kommen nach Deutschland, voller Hoffnung, und unter ihnen viele Kinder. Ich habe mir Gedanken gemacht, was das für alle Beteiligten bedeutet.

Momentan gibt es auf der ganzen Welt Kriegs- und Krisengebiete. Millionen von Menschen flüchten aus ihrem Land, haben in ihrer Heimat alles verloren oder lassen ihr Zuhause aus Angst vor politischer oder religiöser Verfolgung hinter sich. Sie haben Eltern, Verwandte oder Freunde im Krieg verloren und lange, gefährliche Wege auf sich genommen um nach Europa zu gelangen und sich und ihren Kindern ein sicheres Leben zu ermöglichen. Einige sind mit Flüchtlingsbooten über das Mittelmeer gekommen – wie gefährlich das ist, haben wir in den letzten Monaten immer wieder über die Nachrichten verfolgen können – andere haben ein kleines Vermögen an Schlepperbenden bezahlt oder den beschwerlichen Weg ohne fremde Hilfe auf sich genommen. 

 

Viele von ihnen, Erwachsene sowie Kinder, müssen zum Teil traumatische Erfahrungen verarbeiten und mit einem Wechselbad der Gefühle umgehen: Zum einen ist da die Erleichterung darüber, endlich aus der Gefahr entflohen zu sein, gleichzeitig mussten sie aber auch Freunde, Familie und nicht zuletzt ihre Heimat hinter sich lassen, die sie vielleicht nie wieder oder zumindest für viele Jahre nicht mehr wiedersehen. Kinder mussten ihr gewohntes Umfeld zurücklassen, ihre Freunde, ihre Schule, ihr altes Leben. Und nun finden sie sich in einem fremden Land wieder, mit einer unbekannten Sprache und einer völlig anderen Kultur, in der sie sich erst einmal zurechtfinden müssen.

 

Auch für viele Leute hier in Deutschland bedeutet die Flut von Flüchtlingen, die hier täglich ankommt, eine Veränderung. In vielen Orten werden im Verhältnis zur Einwohnerzahl sehr viele Flüchtlinge untergebracht. Und auch eure Kinder haben in ihrem Kindergarten oder der Schulklasse bestimmt schon Erfahrungen mit Flüchtlingskindern gemacht. Häufig bedeutet das zum Beispiel, dass Kinder ohne oder mit nur sehr geringen Deutschkenntnissen in die selbe Kindergartengruppe oder Schulklasse kommen. Und leider werden sie manchmal nicht so mit offenen Armen empfangen, wie es eigentlich sein sollte. Viele von ihnen haben traumatische Erfahrungen gemacht und finden sich in einer komplett fremden Umgebung, in einem Land voller fremder Menschen und neuer Gewohnheiten. Aber Kinder lernen extrem schnell, sind begeisterungsfähig und wissbegierig und betrachten die Welt mit offenen Augen. Die Sprache stellt für sie meist nicht lange ein Problem dar und mit ein paar Freunden in der neuen Heimat findet man sich auch gleich viel besser zurecht. Besonders im Kindergarten oder in der Schule, eben dann, wenn Kinder unter Gleichaltrigen sind und mit einbezogen werden, fällt es ihnen leichter sich zu integrieren. Besonders wichtig ist, dass alles Beteiligten, das heißt Schüler, Eltern und Lehrer motiviert sind und ihr Bestes dafür geben, Flüchtlingskinder in den Alltag hier in Deutschland zu integrieren. 

 

Macht euch auch bewusst, dass es für eure Kinder eine echte Bereicherung sein kann, fremde Kulturen und Bräuche kennenzulernen. Außerdem gibt das Flüchtlingsthema einen guten Anlass, Kinder zu erklären was in den verschiedenen Kriegs- und Krisengebieten vor sich geht. Erklärt ihnen, dass viele dieser Kinder in ihrer Heimat nicht mehr in Frieden leben können, ihre Familien beispielsweise aufgrund ihrer Glaubenszugehörigkeit verfolgt werden, und es deshalb besonders wichtig ist, dass sie bei uns in Deutschland mit Offenheit und Toleranz willkommen geheißen werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Kinder andere Kinder mit unglaublicher Selbstverständlichkeit und Hilfsbereitschaft aufnehmen, miteinbeziehen, sich für sie stark machen und sie bei der Eingewöhnung in Deutschland unterstützen. 

 

All die Anfeindungen, Beleidigungen und Drohungen, die Flüchtlinge in Deutschland zur Zeit über sich ergehen lassen müssen, sind vor allem eines: armselig. Denn niemand, der nicht wirklich in großer Gefahr ist, um sein Leben oder das seiner Kinder fürchten muss, oder am absoluten Existenzminimum lebt, lässt Hals über Kopf Familie und Freunde hinter sich, nimmt gefährliche und beschwerliche Wege auf sich und investiert all sein Geld in eine Flucht um nach Europa zu gelangen, in der Hoffnung auf ein besseres und vor allem sichereres Leben für sich und seine Kinder. Niemand von uns, in unserem sicheren, behüteten Leben und einem hohen Lebensstandard kann sich vorstellen, was diese Familien alles durchgemacht haben. Ich finde, jedem von uns sollte das bewusst sein und es sollte mehr als selbstverständlich sein, dass Flüchtlinge und ganz besonders ihre Kinder, die von allen am wenigsten für die ganze Misere können, mit offenen Armen und aller Hilfe, die wir aufbringen können, willkommen geheißen werden. Für alle, die mehr tun wollen, gibt es verschiedene Adressen bei denen jeder Helfer gern gesehen ist:

 

Xenion Mentorenprojekt

Die Berliner Organisation Xenion vermittelt seit Jahren ehrenamtliche Betreuer an Flüchtlinge. Sie helfen bei Behördengängen und Ämterkontakt, beim Deutschlernen und Zurechtfinden in der neuen Heimat. Geschult werden sie dafür von Fachkräften der Organisation. Ein tolles Projekt!

Telefon: 030 31012563

E-Mail: mentoren@xenion.org

Spenden: Bank für Sozialwirtschaft, Konto: 3052403, BLZ: 10020500

 

Eine Übersicht über Spendenmöglichkeiten gibt es hier:

http://www.dzi.de/spenderberatung

 

Und weitere Spendenmöglichkeiten und Hilfsprojekte in eurer Nähe findet ihr hier:

http://www.proasyl.de/de/ueber-uns/foerderverein/mitmachen/

 

Ein tolles Kinderbuch von Autorin Katja Alves zum Thema Heimat heißt „1000 Gründe warum ich unmöglich nach Portugal kann„. Ihr könnt es online bei Amazon bestellen.

Die Organisation youngcaritas bietet auf ihrer Website unter http://www.youngcaritas.de/fluechtlinge mehr Infos und Materialien.

Ich jedenfalls hoffe, dass wir alle zusammen helfen und es gemeinsam schaffen, Flüchtlingen in Deutschland ein echtes neues Zuhause zu bieten.

 

Versprochen 😉 yourPinnie

 

Grafik von: youngcaritas

 

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