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Mentoren für Flüchtlinge

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Helfende Hände. Die vielen Flüchtlinge, die zur Zeit in Deutschland ankommen, sind seit Wochen und Monaten Dauerthema in den Nachrichten. Ich möchte heute zeigen, wie ihr euch in Mentoren   Projekten für Flüchtlinge engagieren könnt.

mentoren-fluechtlingeDass zurzeit sehr viele Flüchtlinge in Deutschland ankommen habt ihr alle schon über die Medien mitbekommen und sicher auch schon in eurem Alltag bemerkt. Viele von ihnen haben schreckliche Erlebnisse hinter sich und starten jetzt in Deutschland voller Hoffnung. Doch so ein Neustart gestaltet sich häufig nicht so einfach – Behördengänge stehen an, die neue Sprache ist kompliziert und erst einmal schwer zu verstehen und überall ist man nur einer von vielen.

Genau an dieser Stelle greifen die sogenannten Mentorenprojekte an. Sie vermitteln Flüchtlingen – den sogenannten Mentees – Mentoren, also freiwillige Helfer, die Unterstützung bei der Eingewöhnung und dem Zurechtfinden in Deutschland bieten. Dazu gehört zum Beispiel verwaltungstechnische Hilfe bei Behördengängen aber eben auch Unterstützung beim Deutschlernen und – und das ist besonders wichtig – häufig stellen Mentoren den ersten und einzigen engeren Kontakt zu einheimischen Deutschen dar.

 

Wer kann sich engagieren und wie läuft alles für mich ab?

Eigentlich ist das ganz einfach – wer Zeit und Lust hat, sich für Flüchtlinge zu engagieren und ihnen den Start in Deutschland zu erleichtern, meldet sich bei einer Organisation in seiner Region und bekommt dann einen Flüchtling, manchmal auch eine ganze Familie vermittelt. Aber keine Angst – diese Auswahl wird nicht wahllos getroffen. Die meisten Organisationen wenden viel Zeit und Mühe auf, um Mentees und Mentoren kennenzulernen und sie dementsprechend zuzuteilen. Das erste Kennenlernen erfolgt häufig gemeinsam mit Betreuern der Initiative. Außerdem bieten viele der Projekte auch Coachings für die Mentoren an, in denen ihr lernt worauf ihr achten müsst, was eure Aufgaben sind und was nicht. In den folgenden Monaten nach dem Kennenlernen müsst ihr dann mit etwa 3-4 Stunden pro Woche (mindestens) rechnen, die ihr mit euren Mentees verbringt.

 

Warum sollte ich ein Mentorenprojekt unterstützen?

Ich finde Mentorenprojekte nicht nur deshalb so fabelhaft, weil Flüchtlinge Hilfe bei der Überwindung von Sprachbarrieren und bürokratischen Schwierigkeiten bekommen, sondern vor allem deshalb, weil dadurch Bande zwischen Neuankömmlingen und Einheimischen geknüpft werden. Erst vor kurzem war eine junge Frau bei „Hart aber fair“ im Fernsehen zu Gast, die selbst erlebt hat, wie schwierig es ist, Kontakte Deutschen aufzubauen, vor allem dann, wenn man in großen Flüchtlingsunterkünften untergebracht ist und häufig auf engem Raum zusammenlebt. Sie erzählte, dass sie sich als Teenager lange Zeit nicht getraut hat, deutsche Kinder zu ihrem Geburtstag einzuladen, weil ihr genau bewusst war, wie sehr sich ihre Lebensumstände von denen der anderen unterscheiden. Ich finde, solche Schwierigkeiten sollten gar nicht erst entstehen, und ich hoffe, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Flüchtlingen und Einheimischen zu mehr Integration in das Leben der jeweils anderen führt. Niemand sollte sich von der Gesellschaft abgegrenzt fühlen, oder sich seines Zuhauses schämen müssen – denn schließlich gibt es an einem Leben in einer Flüchtlingsunterkunft nichts, dessen man sich schämen müssen sollte. 

Mentorenprojekte sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, wenn es darum geht, Flüchtlinge in Deutschland zu integrieren. Helfer sind immer gern gesehen und durch ein solches Engagement könnt ihr viel Gutes tun – nicht nur für eure Mentees, auch für euch selbst.

Bitte beachtet, dass durch die Vielzahl an Flüchtlingen, die momentan in Deutschland ankommt, viele der häufig eher kleinen Projektinitiativen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Solltet ihr euch also für ein Engagement als Mentor interessieren, müsst ihr damit rechnen, dass die Bearbeitung eines Antrags einige Zeit in Anspruch nimmt. Übrigens sind diese Organisationen auch immer auf der Suche nach Familien, die eine Pflegschaft für Jugendliche übernehmen, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind, oder nach Erwachsenen, die eine ehrenamtliche Vormundschaft übernehmen. Wenn auch das für euch in Frage kommt, meldet euch bei der Organisation, die in eurer Region aktiv ist. Dort bekommt ihr alle nötigen Infos.

 

Ansprechpartner und Initiativen

Berlin

Xenion Mentorenprojekt

 

München

Refugio

 

Frankfurt

Socius-Projekt der Evangelischen Kirche

 

Köln

Mentorenprojekt Bergisch Gladbach

 

Unterrichtsmaterialien zum Deutschlernen:

Zur Unterstützung ehrenamtlicher Lehrkräfte hat das Unternehmen Lingolia kostenlose Unterrichtsmaterialien zum Deutschlernen zur Verfügung gestellt. Auf fast 70 Seiten gibt es Hilfestellungen zu Wortschatz und Grammatik.

Das pdf zum Download findet ihr hier: https://www.lingolia.com/files/download/lingolia_daf.pdf

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p style=“text-align: justify;“>Und auch die Macher von phase6 haben die Initiative für Flüchtlinge und Migranten ohne deutsche Sprachkenntnisse ergriffen. Die kostenlose App Phase 6 hallo Deutsch für Erwachsene hilft, einen Grundwortschatz aufzubauen, der den Alltag und somit die Integration in Deutschland erleichtern soll. Eine tolle Initiative! 🙂 Mehr Infos gibt’s unter www.phase-6.de/hallo/erwachsene/ oder ihr könnt die App kostenlos bei AmazonGoogle play oder im App Store herunterladen.

Für noch mehr Motivation habe ich hier noch ein Zitat von Mahmut, 35, einem kurdischen Mentee aus der Türkei für Euch, das sehr gut zeigt, wie viel ehrlich gemeinte Hilfe wert sein kann:

„Als ich in meiner Heimat war habe ich viele schwierige Dinge erlebt. (…) Deswegen war mein Herz verletzt und in meiner Seele hatte eine Wunde. In Berlin wollte ich ein neues und sinnvolles Leben anfangen. (…) Damals war Berlin mir ziemlich groß. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind und sehr einsam. Ich konnte kein Wort deutsch sprechen und ich drückte mich nicht aus. Deswegen brauchte ich Hilfe von Menschen, mit ihnen zu sprechen, einen Kaffee zu trinken manchmal mit ihnen lachen oder auch zu weinen.. (…) Als ich zu XENION gegangen war, war ich allein. Jetzt bin ich mit einer Frau, die sehr würdige und warmherzige Frau ist. Seit etwa drei Jahren kennen wir uns und wir haben viel Zeit mit einander verbracht. In dieser Zeit hat sie für mich wirklich viele Dinge gemacht und sie hat mir viele Gefallen getan. (…) Einmal sagte ich ihr „In Berlin bist du meine Sprache, meine Füsse und meine Augen geworden”. Das habe ich von Herzen gesagt. Ich konnte nicht sprechen, was ich sagen möchte. Sie hat für mich es gesagt. Ich wusste nicht, wohin ich gehen soll. Sie hat mir den Weg klargemacht. Ich wusste nicht, was ich in Berlin sehe, sie hat mir gezeigt.” 

Quelle: http://xenion.org

 

Ich danke schon jetzt allen freiwilligen Helfern und Helferinnen und freue mich über jeden, der mit anpackt und wünsche euch viel Energie, Durchhaltevermögen und auch Spaß beim gemeinsamen Einleben in Deutschland! Denkt einfach immer an die wichtige humanitäre Hilfe, die jeder von uns auch im kleinen Rahmen leisten kann. Denn für unser Gegenüber, Flüchtlinge aus verschiedensten Ländern unserer Erde, kann ein bisschen Hilfe schon die ganze Welt bedeuten! 

 

Versprochen 😉 yourPinnie

 

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